
Vom Website-Relaunch zum Portal-Projekt
Im Rahmen des Website-Relaunches wurde klar: Das Portal braucht mehr als ein Update.
Die Discover & Define-Phase für die öffentliche BWGV-Website förderte zutage, was intern längst spürbar war: Das Mitgliederportal war über Jahre durch Wildwuchs unübersichtlich geworden. Allen Mitglieder wurden dieselben Inhalte bereitgestellt – obwohl ein Bankaufsichtsrat grundsätzlich andere Informationen benötigt als eine Warengenossenschaft. Die Suche kam bei tausenden Dokumenten an ihre Grenzen. Dem Portal fehlte es an Responsivität und Barrierefreiheit. Und der Tech-Stack – der bremste zukunftsfähige Weiterentwicklung aus.


Clerk bündelt zwei Authentifizierungsquellen in einem einheitlichen SSO – Ware-Genossenschaften direkt, Bank-Genossenschaften über Atruvia. Das feingranulare Rollen- und Rechtekonzept steuert, wer welche Inhalte und Funktionen im Portal sieht.
Ein System, das Unterschiede nicht wegdesignt
Alle Genossenschaften in einem Portal – ohne eine einzige gleichzumachen.
Die zentrale Entscheidung fiel früh: nicht vereinfachen, sondern differenzieren. Statt Zielgruppen in grobe Kategorien zu pressen, haben wir ein feingranulares Rollen- und Rechtekonzept entwickelt. Vom Aufsichtsrat bis zum einzelnen Gremium – jede Rolle sieht genau die Inhalte, Daten und Funktionen, die für sie relevant sind.
Dazu kam eine technische Herausforderung, die den Kern des Projekts definierte: Zwei vollständig verschiedene Anmeldewege sollten in einem einheitlichen System zusammenlaufen. Warengenossenschaften melden sich per E-Mail und Passwort an. Banken-Mitglieder erhalten über den Atruvia-Hub automatisch Zugang zum Portal. BWGV-interne Mitarbeiter sind als eigene Organisation mit speziellen Rechten in Clerk angelegt. Die Lösung: ein einheitliches SSO via Clerk, das beide Quellen zusammenführt.

Benutzerverwaltung auf einen Blick: Rollen, Aktivitäten und Kontakte aller Mitglieder – administrierbar direkt durch den BWGV.
Gebaut für tausende Dokumente und echte Prozesse
Tausende Dokumente, konfigurierbare Benachrichtigungen, digitalisierte Meldeprozesse.
Für den BWGV haben wir unseren bewährten 21TORR-Hub ausgebaut zu einem vollständigen Organisations- und Benutzerverwaltungssystem – für rund 890 Organisationen und bis zu 10.000 Nutzer. Aber Verwaltung allein macht noch keine gute Plattform. Was das Portal zur Arbeitsplattform macht, sind die Funktionen dahinter.

Themenspezifische Inhalte, zielgruppengerecht ausgespielt: Mitglieder aus dem Weinbau sehen Rundschreiben und News, die für sie relevant sind – gefiltert nach Thema, sortiert nach Datum.
Die Suche Algolia macht tausende Dokumente – Rundschreiben, Auswertungen, Statistiken – schnell und zuverlässig auffindbar. Das im Portal integrierte Benachrichtigungssystem lässt Nutzer konfigurieren, worüber sie informiert werden: themenbasiert, im selbst gewählten Rhythmus, als Sofortbenachrichtigung oder Sammelversand. Der Datenübertragungsservice digitalisiert statistische Meldungen an den BWGV – mit Zwischenspeicher-Funktion und arbeitsteiliger Bearbeitung. Hinzu kommen Gremienbetreuung, ein Dokumenten-Shop mit teils kostenpflichtigen Downloads und Veranstaltungsverwaltung.
Das Design-System, das wir für den BWGV-Website-Relaunch entwickelt hatten, bildet die gestalterische Grundlage – übertragen auf einen funktional völlig anderen Kontext. Das Portal knüpft visuell nahtlos an die öffentliche Website an, obwohl die Anforderungen grundverschieden sind.

Der Datenübertragungsservice digitalisiert statistische Meldungen direkt im Portal – Genossenschaften übertragen Daten strukturiert an den BWGV, mit Stichtag und Versionierung je Meldung.
Live, aber nicht zu Ende.
Das stärkste Signal für die Qualität eines Projekts ist, wenn der Kunde weiterbaut.
Das Mitgliederportal ist seit März 2026 live. Die Kommunikation zwischen BWGV und Mitgliedern ist direkter geworden, der Datenaustausch einfacher, die Pflege für das interne Team komfortabler. Auf dieser Grundlage baut der BWGV aktiv weiter – ein umfangreiches Backlog mit neuen Ideen zeigt, dass die Plattform nicht als Endpunkt verstanden wird, sondern als Fundament.
Was diesen Case besonders macht: Technische Komplexität und gestalterische Qualität schließen sich hier nicht aus. SSO-Integration, ausgefeiltes Rechtekonzept, Schnittstellenanbindungen, funktionale Tiefe – und gleichzeitig ein Portal, das sich anfühlt, als wäre genau das alles nicht kompliziert.

"Solche Projekte verlaufen selten geradlinig. Was uns überzeugt hat: 21TORR hat auch durch schwierige Phasen die Qualität nicht aus den Augen verloren – und das gemeinsame Ziel klar gehalten."






